Symbionten 2026
Gruppenausstellung im CANK, während 48 Stunden Neukölln mit dem Thema "OUT/SIDE/IN"
Die Arbeit “Symbionten” entsteht aus ausrangierten Vogel- und Kleintierkäfigen, die durch Schweißen, Biegen und Neuarrangieren in hybride Strukturen überführt werden. In diesem Prozess verlieren die Käfige ihre ursprüngliche Funktion als eindeutige Architekturen von Innen und Außen und werden zu relationalen Gebilden, in denen Grenzen instabil und durchlässig sind.
Bezogen auf das Festivalthema OUT/SIDE/IN untersucht die Arbeit Käfige als materielle Grenzziehung: sie erzeugen Innenräume, definieren Ausschlüsse und organisieren Körper. Zugleich werden sie porös, deformiert und durchlässig. Türen, Gitter und Ebenen kippen ihre Bedeutung; Innen und Außen lassen sich nicht mehr eindeutig verorten.
In Anlehnung an Donna Haraways Begriff der „Critter" werden die Käfig-Symbionten nicht als Objekte, sondern als mehr-als-menschliche Wesen verstanden: eigensinnige, historisch aufgeladene Entitäten, die Beziehungen eingehen, Spuren tragen und Handlungsmacht besitzen. Sie erscheinen nicht als überwundene Strukturen, sondern als mitverantwortliche Akteur:innen innerhalb eines geteilten Gefüges.
Gleichzeitig greift die Arbeit Karen Barads Konzept der Intra-Aktion auf: Bedeutung, Form und Agency sind nicht vorausgesetzt, sondern entstehen erst im Zusammenspiel von Material, Raum, Bewegung und Betrachtenden. Die Critter konstituieren sich nicht isoliert, sondern werden situativ hervorgebracht.
Im Zeitalter von Haraways Chthuluzän ist Symbiose die Bedingung von Existenz. Die Käfig-Symbionten entwerfen eine spekulative Situation, in der OUT, SIDE und IN nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als dynamische, einander hervorbringende Zustände: verstrickt, abhängig und nie vollständig voneinander getrennt.













