
Meine Arbeit entwickelt sich aus einer grundlegenden Kritik des Anthropozentrismus und sucht nach ökozentrischen Perspektiven, die menschliche und nichtmenschliche Existenzen als miteinander verflochtene Akteur:innen begreifen. Anstatt ausschließlich die Krisennarrative des Anthropozäns zu reproduzieren, interessiert mich die Entwicklung neuer Welterzählungen und spekulativer Formen des Zusammenlebens. Theoretisch beziehe ich mich auf Donna Haraways Chthuluzän sowie auf ihre Konzepte “Critter” und “Sympoiesis”, die das gemeinsame Verwandt-Werden von Mikroben, Pflanzen, Tieren, Menschen und Maschinen beschreiben. Ergänzend arbeite ich mit Karen Barads Konzept der Intra-Aktion, das davon ausgeht, dass Akteur:innen nicht als vorab getrennte Einheiten in Beziehung treten, sondern sich erst durch ihre Verschränkung gegenseitig hervorbringen. Für meine Praxis bedeutet das: Autorschaft ist kein Ausgangspunkt, sondern ein Effekt der Begegnung selbst. Meine Arbeiten entstehen häufig aus Begegnungen mit nichtmenschlichen Lebensformen und ihren materiellen Spuren. Fehlerhafte, glitchartige 3D-Scans von Tieren und Pflanzen übertragen erste ästhetische Entscheidungen an technologische Prozesse und verschieben Autorschaft teilweise weg vom Menschen. Gleichzeitig arbeite ich nach Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und verwende überwiegend Restmaterialien. Im Zentrum stehen symbiotische Beziehungen, Symbionten und sympoietische Gefüge.

